Weilenbrink Schule Bochum

Raum der Sinne

Seit April 2008 verfügt die Weilenbrinkschule über einen neu gestalteten Förderraum. Dieser Raum besteht jetzt aus zwei Abschnitten. Zum einem befindet sich im vorderen Bereich ein gut ausgestatteter Teil zur Förderung in den Fächern Deutsch und Mathematik. Zum anderen findet man im hinteren Teil eine große Spiel- und Bewegungsfläche sowie viele unterschiedliche Materialien zur Förderung der Wahrnehmung.

Im Förderunterricht sowie in der AG „Abenteuer im Raum der Sinne“ können die Kinder verschiedenste Übungen zum Hören, Sehen und Fühlen erleben. Außerdem werden der Gleichgewichtssinn und der Umgang mit dem eigenen Körper gefördert. Auf der freien Spielfläche, die mit Turnmatten ausgelegt werden kann, können unterschiedlichste Bewegungs-, Spiel- und Sportmöglichkeiten angeboten werden.

Die gute Kooperation mit dem Förderverein ermöglichte ein breites Materialangebot bereitzustellen. Der Raum selbst ermutigt zum Ausprobieren, zum Spielen und Spaß haben. Wobei die Idee darin besteht, die Entwicklung der Kinder durch das Spiel zu fördern. Die Förderung der Wahrnehmung liegt unserer Schule deshalb besonders am Herzen, da die Entwicklung der Sinne die Grundlage jeden Lernens ist.

Warum eigentlich Wahrnehmungsförderung?

In den Richtlinien und Lehrplänen Sport findet sich der Begriff Wahrnehmung sowohl in einem der zehn Inhaltsbereiche, wie auch in einer der sechs Pädagogischen Perspektiven wieder. Die Pädagogische Perspektive lautet hier „Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern“.

Im Sportunterricht sollen demnach, wie in allen Schulfächern, alle Sinne vielseitig und entwicklungsgerecht angesprochen werden, um das Lernen und die allgemeine Lernfähigkeit zu fördern. Die Wahrnehmungsfähigkeit eines Menschen entwickelt sich an den Aufgaben, die er seinen Sinnen stellt. Wahrnehmungsfähigkeit wird als Grundlage für die Entwicklung und das Lernen eines Kindes betrachtet.

Der Inhaltsbereich „Den Körper wahrnehmen und Bewegungsfähigkeiten ausprägen“ veranschaulicht ebenfalls, wie grundlegend die Wahrnehmungsförderung und dessen Wechselwirkung mit der Bewegung für die kindliche Bewegung ist. Als Aufgabenschwerpunkte sind definiert:

  • Die Sinne üben und die Bedeutung der Wahrnehmungsfähigkeit für den Bewegungsvollzug erfahren.
  • Sich des eigenen Körpers bewusst werden, seine Dimensionen erfahren, seine Aktionsmöglichkeiten und Grenzen erkunden.
  • Den Wechsel von Anspannung und Entspannung erfahren und bewusst herstellen.
  • Räume und Materialien erkunden.
  • Die Reaktion des Körpers sowohl in der Bewegung als auch vor, bei und nach körperlicher Belastung wahrnehmen und deuten.
  • Die Veränderbarkeit konditioneller und koordinativer Fähigkeiten erfahren.

Die beschriebenen Aspekte der Richtlinien und Lehrpläne sind somit Teil des Doppelauftrags des Schulsports, welcher die Entwicklungsförderung durch Bewegung, Spiel und Sport und die Erschließung der Bewegungs-, Spiel- und Sportkultur erhält.

Das Ermöglichen vielfältiger Wahrnehmungserfahrungen gilt als grundlegend. Ausgehend von der Diskussion um die veränderte Lebenssituationen von Kindern und der daraus resultierenden reduzierten Erfahrungsmöglichkeiten müssen diese Erfahrungen teilweise in der Grundschule erworben bzw. nachgeholt werden. Dies kann in drei verschiedenen Bereichen geschehen:

  1. Als Bereicherung und Ergänzung des Sportunterrichts,
  2. als spezielle Förderung von Kindern mit Lern- und Entwicklungsbeeinträchtigungen,
  3. als grundlegendes, fach- und fächerübergreifendes Arbeitsprinzip.

Wahrnehmungsförderung ist demnach nicht einzig Bestandteil des Sportunterrichts, sondern betrifft das schulische Lernen an sich. Über die Sinne setzt sich der Mensch mit seiner Umwelt auseinander.

Kinder lernen über die sinnliche Wahrnehmung ihre Umwelt kennen und verstehen sie immer wieder neu. Hierbei spielt der Zusammenhang von Bewegung und Wahrnehmung eine bedeutende Rolle. Bewegung ist das wichtigste Bindeglied zwischen dem eigenen Körper und der Außenwelt. Über vielfältige Bewegungserfahrungen nehmen die Kinder die Umwelt nicht nur wahr, sondern lernen dabei immer wieder dazu.

Wahrnehmung lässt sich in folgende Bereiche unterteilen:

  • visuell (Sehen)
  • auditiv (Hören)
  • olfaktorisch (Schmecken)
  • taktil (Berührung)
  • vestibulär (Gleichgewicht)
  • kinästhetisch (Tiefensensibilität)
  • usw.

Diese sind die Wurzeln für das Lernen eines jeden Menschen. Die Wahrnehmungsbereiche müssen ausreichend ausgeprägt sein bzw. gefördert und angesprochen werden, um jegliches Lernen zu ermöglichen. Die Wahrnehmung ist wesentlicher Bestandteil des Lernprozesses. Die Sinne sind Eingangskanäle, denen möglichst vielfältige Angebote gemacht werden sollen.

Je mehr Wahrnehmungsfelder im Gehirn beteiligt sind, desto mehr Assoziationsmöglichkeiten für das tiefere Verständnis werden vorgefunden, desto größer werden Aufmerksamkeit und Lernmotivation, und desto eher findet man die gelernte Information wieder, wenn man sie braucht.

Außerdem werden über das Ansprechen verschiedener Eingangskanäle auch die unterschiedlichen Lerntypen berücksichtigt Grundlegend für die Wahrnehmungsentwicklung sind die ersten beiden Lebensjahre eines Kindes. Der Zeitraum dieser Entwicklung erstreckt sich dennoch über die ersten zehn Lebensjahre. Das Wahrnehmungsvermögen entwickelt sich zwischen einem Alter von drei bzw. vier und acht Jahren maximal. Daraus lässt sich entnehmen, dass gerade im frühen Schulkindalter die Wahrnehmungsförderung sinnvoll und entwicklungsfördernd ist. Aber auch während der gesamten Grundschulzeit fester Bestandteil sein sollte.

Durch die Angebote im “Raum der Sinne” verfügt unsere Schule über verschiedenste Möglichkeiten die Sinne der Kinder zu fördern.